Integrationskonzept des Landkreises

Sprache und Zugänge in die Bildungsangebote sind fundamentale Bausteine der Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in unserer Gesellschaft. Bei der Umsetzung des Integrationskonzeptes des Landkreises zeigt sich: Viele Angebote der Integration durch (Sprach-)Bildung bestehen bereits. Dennoch muss vieles unter den sich ändernden Umständen immer wieder angepasst werden.

In der Arbeitsgruppe Sprache und Bildung trafen sich zu Monatsbeginn diejenigen Expertinnen und Experten unter der Moderation des Regionalen Bildungsbüros, die bereits bei der Formulierung des Integrationskonzeptes 2017 mitgewirkt haben. Eine erste Zwischenbilanz machte deutlich, dass sehr viele Formen und Angebote der frühkindlichen, der schulischen und der Erwachsenenbildung bestehen, um die Integration Neuzugewanderter zu unterstützen. Nach der Hochphase der Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 hat sich inzwischen die Bedarfslage aus Sicht der Experten und Expertinnen verändert. Nicht mehr nur die reine Anzahl an Angeboten ist gefragt, sondern vielmehr die Passgenauigkeit, die Anschlussfähigkeit, die Alltagsnähe oder Qualität von Bildungsangeboten in regulären Bildungseinrichtungen. Auch sollte der Fokus, so die fachliche Sicht, noch stärker auf Familien sowie auf die Interkulturelle Kompetenz von Fachkräften gelegt werden. Eine weitere veränderte Herausforderung wird an vielen Schulen der Sekundarstufe I deutlich: Dort kommen vermehrt Kinder an, die keine wirkliche Elementar- und Grundschulbildung durchlaufen haben und somit einen besonders hohen Förderbedarf in der Muttersprache haben. Eine weitere sich klar abzeichnende Veränderung ist die Tatsache, dass ein guter Arbeitsmarkt viele erwachsene Zugewanderte regelrecht „aufsaugt“, noch bevor ihre deutschen Sprachkenntnisse für eine Beschäftigung oder Ausbildung mit Perspektive ausreichend wären.
 
Vor dem Hintergrund der sich weiter verändernden Umstände sind alle an der Bildung beteiligten Fachkräfte und Einrichtungen, aber auch die Städte und Gemeinden aufgerufen, diesen Bedingungen innerhalb ihrer Möglichkeiten gerecht zu werden. Vieles hierzu kann auch über das Regionale Bildungsbüro angestoßen und begleitet werden, etwa bei der durchgängigen Sprachförderung oder der Vernetzung von Fachkräften. Im Frühjahr 2019 wird ein weiterer Runder Tisch Integration, also die Zusammenführung aller Handlungsfelder des Integrationskonzeptes sowie die Zusammenkunft vieler gesellschaftlicher und politischer Vertreter tagen. Auch hier werden die Zwischenstände, Erkenntnisse und Vorschläge der AG Sprache und Bildung einfließen.

(Erstellt am 10. Dezember 2018)