Klar gewonnen: HEIMSPIEL ist ein toller Erfolg

Was haben die Römer in Wangen zu suchen? Warum kommt eine Reise durch die Wurzacher Dörfer einer Weltreise gleich? Und weshalb ist Heimat da, wo man sich aufgehoben fühlt? Die Antworten kamen von den jungen Schauspielerinnen und Schauspieler, die in einer gemeinsamen Aufführung im Bauernhausmuseum Wolfegg das HEIMSPIEL-Projekt präsentiert haben.

HEIMSPIEL klingt genau so, wie es gemeint ist: Es geht um Heimat und Spiel, in diesem Fall das Schauspiel. Dass Heimat längst kein eingegrenzter und klischeegeprägter Begriff mehr ist, haben die Schauspieler aus fünf verschiedenen Grund- und weiterführenden Schulen im Landkreis gezeigt. Es ging mit Unterstützung von Theaterpädagogen um das, was Kinder als heimatprägend selbst erleben oder erforschen, um es szenisch auf die Bühne zu bringen. Jutta Klawuhn und Alex Niess, beide als Theaterpädagogen aktiv und erfahren mit Gruppen verschiedenen Alters und Voraussetzung, haben dabei in der Vorbereitung eine anstrengende, aber äußerst gelungene theaterpädagogische Arbeit geleistet. Ganz im Sinne des Recherchetheaters galt es, nach den spannenden Orten und Vorkommnissen zu forschen, um diese dann in Szenen zu packen, zu proben und natürlich auf die Bretter zu bringen. Mit viel Witz, aber auch vielsagender Symbolik konnten sowohl Kinder einer 1. Grundschulklasse aus Schmalegg, einer 4. Klasse aus Bad Waldsee, zweier 6. Klassen aus Wangen und Bad Wurzach sowie einer Klasse des Sprachheilzentrums Ravensburg ihre jeweiligen Heimatthemen präsentieren – vor einem dankbaren und zahlreich vertretenen Publikum.

Bernhard Bitterwolf, landauf landab bekannter oberschwäbischer Barde, verlieh dem Theaterspektakel den zusätzlichen Pfiff. Seine Pausenbeiträge griffen die jeweiligen Heimatthemen musikalisch auf. So manch seltsam-historisches Instrument aus Oberschwaben kam zum Einsatz. Als die vorbereitete Musik-CD mit Balkanklängen partout nicht abspielen wollte, um den Weg eines Jungen aus dem Nahen Osten nach Oberschwaben zu untermalen, griff Bernhard Bitterwolf zum Akkordeon – die CD Einspielung war sofort vergessen.

Theaterpädagogik ist ein ungeheuer wirksamer Weg, um mit Gruppen zu arbeiten, individuelle Erlebnisse genauso zu wecken wie auch Gruppenprozesse zu initiieren. Theaterpädagogik ist hochgradig integrativ und trägt zur sprachlichen Bildung in genialer Weise bei. Genau diese Elemente wurden bei der gemeinsamen Abschlussveranstaltung mit fünf tollen Darbietungen deutlich. Das durch das Regionale Bildungsbüro initiierte und koordinierte Projekt HEIMSPIEL, das durch den Innovationsfonds Kunst des Landes Baden-Württemberg sowie der Bildungsstiftung der Kreissparkasse Ravensburg gefördert wurde, sollte unbedingt widerholt werden, da waren sich Gäste und Akteure gleichermaßen einig.

(Erstellt am 25. Juli 2018)